Um das Vario optimal nutzen zu können, ist zunächst ein kurzer Blick auf die Funktionsweise hilfreich:

 

Wie funktioniert ein Variometer?

Bei Steigen bzw. Sinken ändert sich die Flughöhe und damit auch der Luftdruck. Sensible Drucksensoren können selbst kleinste Luftdruckänderungen messen. Klassische Variometer basieren deshalb auf Drucksensoren und zeigen die Veränderung des Luftdrucks als Vertikalgeschwindigkeit (m/s) an.

Zusätzlich »übersetzt« ein Variometer die aktuelle Vertikalgeschwindigkeit in ein akustisches Signal. Typischer Weise verändert sich die Tonhöhe je nach Steig- bzw. Sinkgeschwindigkeit (»Vario-Pieps«).

Ein kleiner Nachteil der Vertikalgeschwindigkeits-Messung über den Luftdruck ist eine gewisse Zeitverzögerung, d.h. die Vario-Anzeige bzw. die Tonhöhenänderung hinkt der tatsächlichen Änderung der Vertikalgeschwindigkeit immer etwas hinterher.

Moderne Variometer berechnen die Vertikalgeschwindigkeit deshalb zusätzlich über Beschleunigungssensoren. Diese arbeiten im SKYTRAXX 3.0 nahezu verzögerungsfrei und sehr präzise. Ausgehend von der aktuellen Steig- bzw. Sinkrate in und den Beschleunigungswerten (Geschwindigkeitsänderung) berechnet das SKYTRAXX 3.0 über ausgeklügelte Algorithmen die Vertikalgeschwindigkeit verzögerungsfrei. Das Vario spricht somit extrem schnell und präzise auf Veränderungen des Steigens bzw. Sinkens des Fluggeräts an.

Das SKYTRAXX 3.0 bietet somit gegenüber herkömmlicher Vario-Technologie eine deutlich verbesserte Unterstützung beim Thermikfliegen. Vor allem beim Einstieg in den Aufwind und in schwachen und / oder zerissenen Aufwinden ist dies von großem Vorteil.

Der Vario-Pieps beginnt unmittelbar nach Überschreiten der Steigton-Schwelle (siehe >Menü >Einstellungen >Variometer >Steigtoneinsatz) und zeigt auf dem Display und mit mit der Tonänderung verzögerungsfrei und präzise die Steiggeschwindigkeit an. 

Je nach Ton-Einstellungen kann man diesen Übergang fein auflösen, so dass man sehr genaue Informationen über die Verhältnisse beim Thermikeinstieg bzw. über die Änderung der Thermikstärke erhält.

Entsprechend hört der Pieps unmittelbar auf, wenn das Steigen aufhört (kein »nachpiepsen«). Dies ermöglicht eine sehr rasche Reaktion für die Kurvenänderung zum nachzentrieren.

Die Änderung des akustischen Signals in Abhängigkeit von der Vertikalgeschwindigkeit lässt sich bei >Menü >Einstellungen >Variometer >Variometer Tonprofile ganz den individuellen Bedürfnissen anpassen (siehe auch unten: Variometer richtig einstellen).

 

Aktuelles Steigen und integriertes Steigen

Das akustische Signal (Pieps) orientiert sich immer am aktuellen Steig- bzw. Sinkwert. Das Display kann außer der aktuellen Vertikalgeschwindigkeit (Balkenanzeige) zusätzlich einen über eine bestimmte Integrationszeit gemittelten Wert anzeigen (rotes Dreieck in der Balkenanzeige und digitale Anzeige des Wertes). Die sog. integrierte Vario-Anzeige informiert über das durchschnittliche Steigen bzw. Sinken während der letzten Sekunden. Es empfiehlt sich, für diese »letzten Sekunden« einen sinnvollen Wert einzustellen (>Menü >Einstellungen >Variometer  >Vario Integralzeit).

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Das Variometer richtig einstellen

>Menü >Einstellungen >Variometer

  • Piepsen vor dem Start: Bei Einstellung »Aus« piepst das Vario erst, nachdem das Gerät den Start des Fluges erkannt hat (empfohlene Einstellung). Bei Einstellung »An« piepst das Vario bei jeder Vertikalbewegung oder kleinen Luftdruckänderung (Einstellung zum Testen der Empfindlichkeit).
  • Vario-Empfindlichkeit: Anpassung der Kombination zwischen klassischem Variometer (Messung der Luftdruckänderung) und Steig- / Sinkratenmessung über die Beschleunigungssensoren.
  • In der Praxis haben sich Werte zwischen 60% und 80% bewährt. Je höher die Empfindlichkeit eingestellt ist, desto eher piepst das Vario bei der kleinsten Vertikalbewegung. In turbulenter Luft kann dies gerade für weniger erfahrene Piloten eher verwirrend, als hilfreich sein. Bei schwacher Thermik oder bei Soaren ist dagegen eine hohe Vario-Empfinglichkeit nützlich.
  • Steigtoneinsatz: Diese Einstellung legt fest, ab welchem Steigwert das Vario zu piepsen beginnt.
  • In der Praxis haben sich Werte zwischen 0,2m/sek. und 0,4m/sek. bewährt. Im Flachland und beim Soaren wird man niedrige Werte wählen, bei Frühjahrsthermik in den Alpen eher etwas höhere.
  • Sinkton ein / aus: Sinkton grundsätzlich aktiveren oder  ausschalten.
  • In der Regel ist der Sinkton eine wenig nützliche Information, da man den Wert auch auf dem Display sieht und das Sinken normaler Weise eher schnell durchfliegt, als es zu zentrieren.
  • Sinktoneinsatz: Diese Einstellung legt fest, ab welchem Sinkwert das Vario den Sinkton ausgibt (s.o.).
  • Manche Piloten stellen die Sinktonschwelle auf den Sionkwert des besten Gleitens ihres Flügels ein. Er schlägt dann immer an, wenn man sich in sinkender Luft befindet und kann somit als Hinweis dienen, den Beschleuniger zu benutzen.
  • Vario-Integralzeit: Ein Eindrehen in die Thermik lohnt sich meist erst dann, wenn man sich bereits mehrere Sekunden im Steigen befindet.
  • Die integrierte Vario-Anzeige gibt deshalb das mittlere Steigen bzw. Sinken über einen bestimmten Zeitraum wieder (>Vario-Integralzeit). In der Praxis haben sich Werte zwischen 3 und 8 Sekunden bewährt.

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  • Variometer-Tonprofile: individuelle Konfiguration der Vario-Töne.

 >Menü >Einstellungen >Variometer >Variometer Tonprofile

Werkseitig wird das Gerät bereits mit mehreren unterschiedlichen Profilen ausgeliefert, weitere stehen auf der Skytraxx-Website zum Download zur Verfügung. >Einstellungen >Variometer >Vario Tonprofile

  • Laden: lädt ein Tonprofil, das im Gerät gespeichert ist. Die Tonprofile sind im Dateiverzeichnis vario_tones zu finden.
  • Editieren / Testen: Anpassen und testen des aktuell geladenen Tonprofils. Näheres hierzu siehe bei grafischer Editor für Tonprofile.
  • Speichern unter: Speichert das aktuell bearbeitete Tonprofil unter einem beliebigen Namen. Siehe dazu auch Eingabe von Buchstaben und Zahlen.

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Grafischer Editor für Tonprofile

>Einstellungen >Variometer >Vario Tonprofile >Editieren / Testen

Der Editor zeigt ein Koordinatensystem mit x- und y-Achse sowie drei unterschiedlichen Kurven und einen senkrechten Strich (orange):

x-Achse: Steigen (rechts der Mitte) / Sinken (links der Mitte) in m/s.

y-Achse: Frequenz, Dauer und Auslastungsgrad, je nach Kurve:

Frequenz (rote Kurve): Tonhöhe des Pieps-Tons. Je größer der y-Wert, desto höher der Piepston.

Dauer (grüne Kurve): Piepsintervall bzw. Dauer der Pause zwischen den Pieps-Tönen. Je niedriger der y-Wert, desto kürzer ist das Piepsintervall.

Auslastungsgrad (blaue Kurve): Dauer des Pieps-Tons. Je gößer der y-Wert, desto länger der Pieps. Bei langem Pieps und niedriger Frequenz erhält man ein Brummen.

Senkrechter Strich (orange): Steig- bzw. Sinkwert (in m/s).

  • Zum editieren einer Kurve bewegt man durch Neigen des Geräts nach rechts bzw. links den Steigwert (orange) über das Display bis zu einem markierten Punkt. Dann mit >OK Punkt auswählen und durch Neigen des Gerätes nach oben bzw. unten den Punkt verschieben. Mit >OK die neue Position fixieren.
  • Umschalten zwischen den Kurven mit >auf / >ab.
  • Mit >Menü / Zurück speichert man das editierte Profil unter dem bisherigen Namen. Für einen neuen Profil-Namen >Speichern unter wählen und anschließen den neuen Profilnamen eingeben. Siehe dazu auch Eingabe von Buchstaben und Zahlen.

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Einstellen der Tonfrequenz in Abhängigkeit vom Steigwert (rote Kurve). Im Beispiel ändert sich die Frequenz bei den geringen Steigwerten schnell, bei höheren langsamer. Bei schwachem Steigen erhält man so eine gute Unterstützung zum Zentrieren.

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Einstellen der Pause zwischen den Piepstönen (blaue Kurve). Im Beispiel ist die Pause (der Zeitabstand zwischen den einzelnen Piepstönen) bei allen Steig- und bei allen Sinkwerten jeweils unverändert.

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Einstellen der Piepsdauer (grüne Kurve). Im Beispiel ist der Pieps bei schwachem Steigen etwas länger und nimmt mit zunehmendem Steigen ab. Dies hat den Vorteil, dass die hohe Freuquenz bei stärkerem Steigen weniger nervt.

 

Anpassung an Flugbedingungen

Je nach Jahrezeit oder Fluggebiet kann es sinnvoll sein, die Tonkurven des Varios für die entsprechenden Steigwerte anzupassen und sich ggf. eigene Tonprofile abzuspeichern.

  • Bei schwacher Thermik (z.B. im Flachland, beim Soaren oder im Winter) empfiehlt sich ein gleichmäßiger Anstieg der Tonhöhe (rot) sowie ein schneller Abfall des Piepsintervalls (grün) zwischen ca. 0.2 m/s und 1.5 m/s Steigen mit maximaler Frequenz bei z.B. 3 m/s.
  • Bei starker Thermik, z.B. im Frühling oder im Hochgebirge, ist eine detaillierte Auflösung auch bei höheren Steigwerten sinnvoll und bei schwächerem Steigen weniger wichtig. Dies erreicht man durch eine eher gleichmäßig ansteigende Frequenzkurve (rot) und eine gleichmäßig abfallende Intervallkurve (grün).
  • Eine detaillierte Auflösung der Steigwerte für schwächere und zerrissene Thermik (z.B. beim Thermik-Einstieg und eine weniger detaillierte Auflösung für stärkere Thermik erreicht man durch einen steilen Anstieg der Tonhöhe (rot) z.b. bis 2 m/s und eine deutliche Abflachung der Kurve bei höheren Steigwerten. Diese Einstellung ist für Flüge im Mittelgebirge ideal.
  • Einen Brummton bei starken Sinkwerten erreicht man durch einen hohen Wert der Auslastung (blau) in Kombination mit einer tiefen Frequenz (rot).

 

Thermik-Assistent

Mit dem Thermik-Assistenten stellt das SKYTRAXX 3.0 eine effektive und komfortable Zentrierhilfe zur Verfügung. Nach individuell einstellbaren Vorgaben schaltet das Skytraxx beim Kreisen in der Thermik automatisch zum Thermik-Assistenten um. Näheres hierzu findet sich im Kapitel Thermik-Assistent >.

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